
Nach dem Studium der Neueren Geschichte und Soziologie arbeite ich seit über 20 Jahren im Themenkomplex von Migration, Partizipation, Intersektionalität, Antidiskriminierung und Empowerment. Meine Praxiserfahrungen aus diesen Feldern gebe ich in Fortbildungs- und Workshopformaten weiter. In meinen Projekten und Bildungsangeboten sind mir insbesondere Intersektionalität, Menschenrechtsaspekte und Praxisnähe wichtig. Neben der politischen Bildungsarbeit schlägt mein Herz für die Gegenwartsliteratur, Theater und performative Künste. Ich bin Gründungsmitglied des Postmig Writers‘ Collective und des Theaterkollektivs Die Migrationserb:innen. 2022 wurde ich Residenzschriftsteller der Region Aachen, 2023 setzte ich im Rahmen der vierzigjährigen Städtepartnerschaft zwischen Hannover und Hiroshima ein Literaturprojekt in Japan um. Seit 2023 bin ich Leiter des collecting:dreams Festival (#cdf). Mit dem collecting:dreams wird nicht nur in Hannover, sondern niedersachsenweit ein Novum geschaffen und zum ersten Mal das postmigrantische Schreiben mit einem eigenen Literaturfestival gewürdigt. Mein Lyrikdebüt Baba, ich küsse unsere Narben ist im Herbst 2026 im Klassenbuch Verlag erschienen. Die großartige Kübra Gümüşay beschreibt das Buch mit diesen Worten: „Kadir Özdemir schreibt mit einer zärtlichen Wortgewandtheit, die das Unaussprechliche, die Brüche, Gewalt und Sehnsüchte zwischen den Sprachen und Generationen hörbar und spürbar macht. Ein fantastisches Mosaik aus Schmerz und Liebe. Ein leise leuchtendes Feuerwerk.“
Die wunderbare Lyrikerin Volha Hapeyeva findet: „Das Buch von A. Kadir Özdemir heißt nicht umsonst Baba, ich küsse unsere Narben: Die poetische Sprache schenkt den schweren Ereignissen aus der Kindheit und auch denen aus dem erwachsenen Leben eine Leichtigkeit, die an Melancholie und Licht grenzt. Der Erzählduktus dieses Lyrikers könnte man als Echo der türkischen Tradition der mittelalterlichen Geschichtenerzähler und Volksliedsänger von Meddahs und Aşıks betrachten. Seit dem Umzug aus der Türkei nach Deutschland entfaltet sich Kadirs Familiengeschichte, geprägt von tiefer Liebe und Respekt gegenüber den Eltern, aber auch vom alltäglichen Rassismus, der sich manchmal als Fürsorge verkleidet, oder von der inneren Spaltung und Nicht-Zugehörigkeit, wenn man nicht sicher ist, ob man „freier oder verlorener“ ist.“
Ich wünsche diesem ersten Wagnis in die Lyrik viele Lesende und freue mich über eure Rückmeldungen.